Einfach herausgesagt

Seit der Ablegung der Reifeprüfung im Juni 1996 an unserer HTL bin ich ebenfalls Mitglied bei unserem Absolventenverein. Nun umfaßt der Absolventenverein der HTL Zeltweg schon über 400 Mitglieder. Neulich beschloß ich auch einmal zum StammtischTreff im Hubertushof zu gehen, um einige der alten Schulkameraden zu treffen. Voller Entsetzen mußte ich feststellen, daß wirklich nur 6 Mitglieder es wert fanden, sich an diesen Abend zu treffen. Darunter der neue Obmann und weitere 3 Mitglieder des neuen Vorstandes des Absolventenvereines. Außer mir fand es nur ein weiterer Absolvent der Mühe wert an diesen Abend zu einem netten Plausch zu erscheinen..

Dies stimmte mich wirklich nachdenklich und ich beschloß anschließend einen Artikel für unseren Absolventenvereinsboten zu schreiben und hoffe damit weitere Absolventen motivieren zu können auch einmal zu unserem Treffen der Absolventen zu erscheinen

Was mir besonders in den letzten Ausgaben des Absolventenvereinsboten aufgefallen ist!!!

Sehr viele Abgänger unserer HTL entschließen sich doch an einer Universität oder mittlerweile an einer Fachhochschule ihre Ausbildung fortzusetzen. Der andere Teil der Absolventen, zu denen auch ich mich zähle, entschließen sich jedoch in die harte Berufswelt einzusteigen.

Und da ich in unserem " Boten" ausschließlich Artikel von Absolventen die sich für ein Studium entschlossen haben zu lesen bekomme und nun schon einiges über das Leben der Studenten bekannt ist, möchte ich durch meinen Beitrag Leute die in der Wirtschaft und Industrie als " Ingenieure " tätig sind dazu aufrufen, daß auch sie Ihre Eindrücke und Erfahrungen die Sie im Laufe der Jahre im harten Berufsleben gewonnen haben an die Absolventen der HTL weitergeben.

Nun an dieser Stelle möchte ich mich kurz vorstellen und meinen Werdegang bis heute schildern:

Nach dem Besuch der Volks- und anschließend der Hauptschule in Zeltweg, galtes im Juli 1982 das erste Mal eine Entscheidung zu fällen, wie wohl meine weitereAusbildung weitergehen soll. Ich entschloß mich der HTL in Wolfsberg den Vorzug gegenüber dem Polytechnischen Lehrgang in Judenburg zu geben. Doch das Leben an einer HTL habe ich mir dann doch etwas anders vorgestellt. Obwohl ich in der Grundschule zu den besseren Schülern gezählt habe, gelang es mir in der HTL in Wolfsberg doch nicht richtig " Fuß" zu fassen und nach 3 Jahren HTL beschloß ich den "Hut" zu werfen und doch in die Welt des Berufslebens einzusteigen. Ich nahm an einer Aufnahmeprüfung in der Voest Alpine Zeltweg teil und nach bestandener Prüfung begann ich am 01. September 1985 eine Lehre als Werkzeugmaschineur in der VA Zeltweg. Also gut, ich lernte in diesen 3 Jahren der Berufsausbildung die Fähigkeiten der mechanischen Fertigung an Bearbeitungsmaschinen ( Drehen, Fräsen, Bohren, Schleifen,..) kennen und schloß im August 1988 meine Ausbildung mit der Lehrabschlußprüfung erfolgreich ab. Nach kurzem Einsatz im Betrieb der VA Zeltweg mußte ich am 02. Oktober 1988 meinen Dienst beim Österreichischen Bundesheer (Fliegerhorstbataillon 2 in Zeltweg ) antreten. Nach 4- wöchiger Grundausbildung und anschließender Kraftfahrausbildung war ich bei der Fliegertransportkompanie bis Ende Mai 1989 tätig.

Am 02. Juni 1989 wurde ich wieder im Lehrbetrieb in der mechanischen Fertigung eingesetzt. Natürlich dachte ich mir zur damaligen Zeit, dies kann doch nicht alles gewesen sein und meldete mich zu einer Aufnahmeprüfung für die Abendwerkmeisterschule für Berufstätige in Leoben an. Nach bestandener Aufnahmeprüfung begann ich im September 1989 mit der Ausbildung zum Werkmeister. Natürlich bedingt durch den Schichtdienst in der VA war dies nicht immer leicht den Kurs auch immer zu besuchen. Aber da meine Arbeitskollegen viel Verständnis zeigten, konnte ich diese 2- jährige Ausbildung zum Werkmeisterin Abendkursen doch Ende Juni 1991 erfolgreich abschließen.

Durch einen anschließenden Engpaß und Auftragsrückgang in der Produktion der VA Zeltweg im Herbst 1991 und einem akzeptablen Angebot von Seiten der Personalabteilung beschloß ich im August 1991 meine berufliche Weiterbildung fortzusetzen. Nach Gesprächen mit dem Direktor der HTL Zeltweg beschloß ich im September des gleichen Jahres in die HTL für Maschinenbau einzusteigen. Dieser Einstieg gelang äußerst positiv und ich zählte eigentlich zu den durchschnittlichen Schülern. Zusätzlich zu meiner Ausbildung an der HTL arbeitete ich 5 - mal in den Sommerferien als Monteur über eine Schweizer Montagefirma im Kernkraftwerk Mühleberg ( nahe Bern ). Einige Kollegen werden mich sicherlich besser kennen, da ich als Maturaballkomiteevorsitzender größtenteils am Erfolg des gelungenen Maturaballes 1995 unter dem Motto " Remember the 60`s " mitwirkte und die Ehre hatte die Begrüßungsansprache und anschließend die Begrüßung der Ehrengäste vorzunehmen.

Nach erfolgreichem Abschluß der HTL mit der Reifeprüfung bin ich sowie einige meiner Schulkammeraden nun bestrebt in die Berufspraxis einzusteigen........

( Dullinger Burkhard )