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VAE AG bilanziert dank Neuentwicklungen
ausgeglichen
Vier Mrd. Schilling Umsatz
1999 erwirtschaftet
Wien - Die österreichische VAE AG
hat durch zahlreiche Neuheiten im Bahnbau 1999 das Betriebsergebnis konsolidieren
können. So betrug der Umsatz 4,176 Mrd. Schilling, der Betriebserfolg
wurde um 35,5 Prozent auf 288,1 Mio. Schilling gesteigert. Der Konzern
produziert in 12 Staaten in 15 Produktionsstätten ein Drittel aller
High-Tech Weichen für den Hochleistungsbahnverkehr. "Alle großen
Bahnbrückenprojekte Europas, darunter die Brücke über den
Öresund und den großen Belt wurden mit dem neuen Schienenauszugssystem
von VAE ausgestattet", sagte Josef Mülner, Verkauf, Marketing und
Technikchef bei VAE, heute, Montag anlässlich der Präsentation
der Jahreszahlen.
Zu den Innovationen im Bahnbau zähle
unter anderen das System der geteilten Schwelle, die vorgefertigt auf normalen
Transport-Waggons zur Baustelle transportiert werden und dann vor Ort verschraubt
werden, so Mülner. Die neue Hohlschwelle Hydrostar, die ein neues
Verschlußsystem und eine in der Schwelle integrierte Hydraulik enthalte,
sei ebenfalls eine erfolgreiche Entwicklung. Dadurch könnte auch die
Internationalisierung weitergeführt werden, so Mülner.
Das Jahresendergebnis sei trotz
regionaler Schwächen positiv ausgefallen, liege aber um 0,9 Prozent
unter dem Ergebnis des Wertes von 1998, sagte Mohamed Kaddoura, Finanzchef,
Controlling bei VAE. Der Umsatz des Stammhauses in Zeltweg lag 1998
bei 1,383 Mrd. Schilling und erreichte 1999 1,4 Mrd. Schilling.
66 Prozent des Umsatzes fielen auf den Export. Die Hauptmärkte des
Konzerns liegen mit rund 67 Prozent in Europa, mit rund 21 Prozent in Nordamerika.
Der Rest entfällt auf den pazifischen Raum, Afrika und Südamerika.
"Damit bleibt Europa der wichtigste Markt für VAE, obwohl es leichte
Umsatzrückgänge gab", sagte Kaddoura. In Nordamerika sei
das Marktvolumen gesunken, im pazifischen Raum konnte ein Plus erreicht
werden, da die Indonesische Eisenbahn ein Großprojekt in Auftrag
gab, so Kaddoura. Die Aktie von VAE stieg von 105 Schilling 1998 auf 133
Schilling im Jahr 1999, es werde eine Dividendenauszahlung von 32 Schilling
je Aktie geben, so Kaddoura.
Für das Geschäftsjahr
2000 wird mit Erfolgssteigerungen gerechnet, jedoch keinen wesentlichen
Steigerungen des Umsatzes, der Ertrag werde durch Kostensenkungsprogramme
gesteigert. Im heurigen Geschäftsjahr werden auch drei weitere Joint-Ventures
in Europa und in Afrika angepeilt, weitere zwei sind in der Frühphase
der Verhandlungen. Zwei Joint Ventures wolle man aber noch heuer zum Abschluss
bringen, so Kaddoura. Die Investitionen werden sich inklusive der zwei
Joint-Ventures auf rund 200 Mio. Schilling belaufen. Aufgerechnet auf den
Zeitraum 2000 bis 2003 werde rund ein halbe Mrd. Schilling an Investionen
getätigt werden.
Die Mitarbeiterzahl wurde 1999 von
3.400 Beschäftigten auf 2.870 gesenkt. Der Persionalabbau erfolgte
in erster Linie in Rumänien und in Nordamerika. In Österreich
werde die Zahl der 600 Beschäftigten nicht gekürzt. Die Entwicklung
im Jahr 2000 werde eher flach ausfallen, da bei den Österreichischen
Bundesbahnen Bauvorhaben durch das Budget gestrichen werden könnten.
In Deutschland werde der Aufholbedarf bei der Streckenerneuerung im Vordergrund
stehen, nicht wie in vorangegangenen Jahren der Neubau, so Kaddoura. Mit
der beginnenden Privatisierung der bisher fast ausschließlich im
öffentlichen Eigentum gelegenen Verkehrsunternehmen der Schiene und
der Öffnung der Märkte für Private werden bei einzelnen
Standorten des VAE Konzerns Umsatzrückgänge zu erwarten sein.
Durch die breite Kundenstreuung werde jedoch konzernweit ein gewisser Ausgleich
erwartet, schlossen die Vorstände die Pressekonferenz. (pte)
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