Motorenhersteller ATB Austria
mit neuer Struktur im Aufwind
Umsatzplus durch Auftragssteigerung
– Spielberg soll Stammsitz des Unternehmens werden
Wien - Das Umsatzplus des Elektromotoren
Herstellers ATB Austria Antriebstechnik für das Geschäftsjahr
1998/1999 um zwei Mio. Euro auf 80 Mio. Euro ist vor allem auf eine
Steigerung bei den Aufträgen für Kleinmotoren für Haus und
Garten zurückzuführen. Der Marktanteil bei den Industriemotoren
konnte von dem Unternehmen aus Spielberg gehalten werden. Für das
laufende Geschäftsjahr erwartet Franz Rotter (Foto), Vorstandsvorsitzender
der ATB, eine Steigerung in allen Geschäftsfeldern. Das Ergebnis der
gewöhnlichen Geschäftstätigkeit lag allerdings wegen des
noch laufenden Umstrukturierungsprogramms "ATB Neu" und den damit
verbundenen Investitionen mit einer halben Mio. Euro im Minus.
"Für uns ist der Markt in Deutschland
ausschlaggebend", sagte Rotter heute, Donnerstag, bei der Bilanzpressekonferenz
der ATB. "Mehr als 50 Prozent unseres Umsatz tätigen wir in diesem
Markt." Deswegen war das Unternehmen von der schlechten Lage bei
Industriemotoren am deutschen Markt besonders stark betroffen. Vor
allem Billigimporte aus den ehemaligen RGW-Staaten und Übersee machten
den europäischen Erzeugern zu schaffen. Mit dem Anspringen
der Konjunktur erwartet sich Rotter aber eine Umsatzsteigerung in
diesem Bereich für das laufende Geschäftsjahr. Rotters Optimismus
gründet sich auch auf die Einführung neu entwickelter Produkte
wie des ATB-Flexidrive und den Übergang zum Systemanbieter.
Großes Standbein der ATB ist jedoch der Markt für kleine Elektromotoren,
wo ATB bei den Rasenmähermotoren Weltmarktführer
ist und in Europa einen Marktanteil von über 40 Prozent
hält. Hier wird ein Marktanteil von 50 Prozent angestrebt.
Für das laufende Jahr ist auch
der Abschluss der seit 1998 laufenden Umstrukturierung geplant.
So wurde in den letzten Jahren die Konzentration auf die Kernkompetenz
weiter vorangetrieben. Synergien zwischen den beiden Standorten
Spielberg und Welzheim in Deutschland werden seither stärker
genutzt und die Fertigung von Komponenten nach Tschechien
ausgelagert. Der neu aufgebaute Sektor Regelungstechnik wird in
Spielberg konzentriert und die Einführung neuer Produkte weiter
vorangetrieben. Die dafür notwendigen Investitionen werden aus Eigenkapital
bestritten. Die Produktivität pro Mitarbeiter wurde durch die Einführung
hoch automatisierter Montagelinien für die Industriemotorenreihe Flexidrive,
für Rasenmähermoter und des neu entwickelten integrierten Antriebssystems
Power Pack um zehn Prozent gesteigert.
Weiters wurde die internationale
Vertriebsstruktur von ATB ausgebaut. ATB ist heute in fast allen westeuropäischen
Staaten mit eigenen Vertriebsstrukturen präsent, der Markteintritt
in den USA und Südafrika erfolgen über Partnerunternehmen. Im
Zuge des Umbaus des Unternehmens soll auch die verschachtelte Unternehmensstruktur
von ATB bereinigt werden. Bestanden vorher zwei börsennotierte Unternehmen
in Deutschland und Österreich, beginnt jetzt, nach dem Einstieg der
österreichischen Gesellschaft für Industriepolitischen Maßnahmen
GBI bei der deutschen ATB in Welzheim, der Rückzug von der Regionalbörse
in Stuttgart. ATB Welzheim wird in Folge zu einer 100prozentigen Tochter
der ATB Spielberg. Rotter hofft, dass durch diese Maßnahmen das
Unternehmen auch wieder für die Börse im größeren
Umfang interessant wird.
Für die Zukunft plant ATB einen
weiteren Ausbau der geregelten Antriebssysteme, wo sich eine Verdrängung
der ungeregelten Industriemotoren durch geregelte und integrierte Systeme
abzeichnet. ATB entwickelt hier Speziallösungen für die Industrie,
wie zum Beispiel den ATB-Gearlesss-Aufzugsmotor (pte, ds)
[Homepage
der ATB]
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